Ideenschmiede der Politischen Akademie Thüringen: Nachwuchskader diskutieren Gewaltenteilung, metapolitische Hegemonie und Wege aus der Wirtschaftskrise

_ IKW, Erfurt, 13. Juni 2026 – Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der „Ideenschmiede“ der Politischen Akademie Thüringen kamen am 13. Juni 2026 in Erfurt rund 25 junge Nachwuchskader der AfD Thüringen zusammen. Ziel des neuen Formats ist es, langfristig neue Ideen für die politische Programmarbeit zu entwickeln und junge politische Talente fachlich, strategisch und weltanschaulich zu fördern.

Zur Begrüßung sprach Dr. Roland Hartwig, Geschäftsführer der Politischen Akademie Thüringen. Er stellte klar, dass die Ideenschmiede die programmatische Arbeit der Landesfachausschüsse nicht ersetzen soll. Vielmehr soll sie als ergänzendes Angebot dienen, um neue Impulse, Ideen und Perspektiven in die Programmarbeit einzubringen.

In seinem anschließenden Impulsvortrag widmete sich Dr. Hartwig der Gewaltenteilung als zentralem Grundprinzip des demokratischen Rechtsstaats. Er kritisierte die zunehmende Erosion klarer institutioneller Trennlinien in Deutschland, etwa durch parteipolitisch geprägte Rundfunkräte, parlamentarische Staatssekretäre sowie einen weisungsgebundenen Verfassungsschutz. Zugleich skizzierte er Reformansätze zur Wiederherstellung einer wirksamen demokratischen Gewaltenteilung und rechtsstaatlichen Kontrolle.

Ein weiterer Impuls kam von Benedikt Kaiser, Autor und Publizist, der über „Politik der Nähe“ und die Voraussetzungen metapolitischer Hegemonie sprach. Im Mittelpunkt standen lokale Verankerung, weltanschauliche Festigung und eine belastbare sozioökonomische Programmatik, welche nach seiner Auffassung notwendig sind für nachhaltigen politischen Erfolg der Partei.

Im wirtschaftspolitischen Teil der Veranstaltung diskutierten Konstantin Schink und Christopher Kofner vom Institut für konservative Wirtschaftspolitik (IKW), wie Deutschland aus der anhaltenden Wirtschaftskrise herausgeführt werden kann. Konstantin Schink, Gasforscher am IKW, kritisierte die Schuldenbremse aus postkeynesianischer Perspektive. Ausgehend von der Argumentation volkswirtschaftlicher Finanzierungssalden plädierte er für höhere staatliche Verschuldung, um die Binnennachfrage zu stärken. Bürokratieabbau allein reiche nicht aus, um die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft zu lösen.

Christopher Kofner, Geschäftsführer des IKW, setzte dem eine ordoliberale Perspektive entgegen. Staatsverschuldung wurde nicht grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch klar nachrangig gegenüber angebotsseitigen Reformen eingeordnet. Im Zentrum müsse die Senkung der Kosten für Unternehmen stehen: günstige Energie, konsequenter Bürokratieabbau und steuerliche Entlastungen. In diesen Punkten bestand zwischen beiden Ökonomen Einigkeit.

Im nächsten Schritt sollen die Teilnehmer Arbeitsgruppen bilden und im Laufe des Jahres an zukunftsweisenden Ideen in den Bereichen Gewaltenteilung, Hegemonie und Ökonomie arbeiten. Die Ideenschmiede verbindet damit politische Nachwuchsförderung, strategische Debatte und konkrete Programmarbeit. Die hohe Beteiligung und intensive Diskussion verdeutlichen das Interesse junger Nachwuchskader der AfD Thüringen an fundierter politischer Bildung und langfristiger konzeptioneller Arbeit.

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