Vermögensschutz in unsicheren Zeiten: IKW moderiert Expertenrunde im Deutschen Bundestag
_ IKW. Berlin, 25.06.2026. – Am 25. Juni 2026 fand im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages die Vortragsveranstaltung „Vermögensschutz in unsicheren Zeiten“ des Arbeitskreises Finanzen der AfD-Bundestagsfraktion statt. Eingeladen waren Bürger, Fachleute und politisch Interessierte, die sich angesichts von Inflation, Überschuldung, geopolitischen Krisen und wachsender Unsicherheit Gedanken über den Schutz von Ersparnissen, Eigentum und Altersvorsorge machen.
Initiiert wurde die Veranstaltung von Reinhard Mixl MdB und Rainer Groß MdB, beide Mitglieder des Arbeitskreises Finanzen der AfD-Bundestagsfraktion. Als Gastredner sprachen Prof. Dr. Thorsten Polleit, Ökonom, Geldtheoretiker und Fellow am Vinson Centre der University of Buckingham, sowie Prof. Dr. Stefan Kofner, Professor für Immobilien- und Bauwirtschaft an der Hochschule Zittau/Görlitz. Christopher Kofner, Geschäftsführer des Instituts für konservative Wirtschaftspolitik (IKW), wurde eingeladen, die Runde zu moderieren und die Diskussion fachlich zu strukturieren.
In seiner Einführung gliederte Kofner den Abend in drei Themenblöcke: Erstens die Frage, welche Faktoren Vermögensaufbau in Deutschland erschweren; zweitens konkrete Möglichkeiten des Vermögensschutzes in unsicheren Zeiten; drittens politische Maßnahmen, mit denen Vermögensbildung erleichtert und Eigentum geschützt werden kann. Kofner verwies dabei auf den neuesten UBS Global Wealth Report 2026: Beim Medianvermögen fällt Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurück. Mit 46.900 Euro pro Erwachsenem belegt Deutschland lediglich Platz 30 und bildet damit das Schlusslicht der von UBS ausgewiesenen Top-30-Länder; das „arme“ Italien liegt mit 114.900 Euro Medianvermögen pro Erwachsenem deutlich darüber. (UBS, 2026) Zudem erinnerte er daran, dass deutsche Sparer zwischen 2010 und 2022 durch negative Realzinsen nach Berechnungen der DZ Bank erhebliche Kaufkraftverluste erlitten hätten. Auch bei der Wohneigentumsquote liege Deutschland mit nur rund 47 Prozent weit hinter Ländern wie Italien mit etwa 76 Prozent zurück.
Prof. Dr. Thorsten Polleit stellte die Geldordnung in den Mittelpunkt seiner Analyse. Vermögensbildung beruhe langfristig auf Sparen, Reinvestition und dem Zinseszinseffekt. Genau dieser Mechanismus werde jedoch durch hohe Steuern, steigende Abgaben und Inflation untergraben. Polleit warnte besonders vor negativen Realzinsen: Wer nur nominale Zinsen betrachte, übersehe, dass Inflation und Kapitalertragsteuer reale Ersparnisse schleichend entwerten. In der Diskussion bezeichnete er das ungedeckte Papiergeldsystem als Kernproblem, weil es Geldmengenexpansion, Kaufkraftverlust, staatliche Verschuldung und eine wachsende Abhängigkeit der Bürger vom Finanzsystem begünstige. Als praktische Orientierung empfahl er eine Mischung aus breit gestreuten weltweiten Aktienanlagen und physischen Edelmetallen wie Gold und Silber.
Rainer Groß MdB brachte seine langjährige Erfahrung aus Bankwesen, institutionellem Portfolio-Management und Finanzausschuss ein. Er betonte: Sparen bleibe richtig, das klassische Sparbuch sei jedoch kein geeignetes Instrument des Vermögensaufbaus mehr. Bürger müssten stärker an Kapitalmarktinstrumente herangeführt werden, etwa an breit gestreute Aktien- und ETF-Anlagen. Zugleich kritisierte Groß den übergriffigen Staat: Kapitalertragsteuer, ständige Steuerdebatten, politische Eingriffe in Immobilien- und Kapitalmärkte sowie eine neidpolitische Sicht auf Vermögensaufbau erschwerten langfristige Vorsorge. Vermögensbildung brauche nicht mehr staatliche Bevormundung, sondern mehr Eigenverantwortung, mehr finanzielle Bildung und weniger Belastung durch Steuern und Abgaben.
Prof. Dr. Stefan Kofner analysierte die Bedeutung des selbstgenutzten Wohneigentums für Vermögensbildung und Altersvorsorge. Eine breite Vermögensstreuung in der Bevölkerung sei ohne eine höhere Wohneigentumsquote kaum erreichbar. Deutschland stehe mit rund 47 Prozent Wohneigentumsquote schlecht da; der EU-Durchschnitt liege bei etwa 68 Prozent, in vielen osteuropäischen Ländern sogar bei 75 bis 90 Prozent. Der Bauwirtschaftsexperte verwies auf die dramatisch verschlechterte Erschwinglichkeit seit 2021: Neubaukosten seien stark gestiegen, Hypothekenzinsen hätten sich ungefähr von 1 auf 4 Prozent vervierfacht, und viele Haushalte seien aus dem Neubaumarkt herausgedrängt worden. Als Gegenmaßnahmen forderte er niedrigere Erwerbsnebenkosten, Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer, einfachere Baustandards, den Gebäudetyp E, staatliche Bürgschaften und langfristig kalkulierbare Finanzierungsinstrumente.
Reinhard Mixl MdB schilderte die Lage aus Sicht des Mittelstands und kleiner Unternehmen. Viele Handwerker, Einzelhändler und Dienstleister könnten trotz jahrzehntelanger Arbeit kaum noch Vermögen bilden, weil Steuern, Abgaben, Inflation und Bürokratie die Erträge auffressen. Mixl warnte, dass viele Boomer-Unternehmer keine Nachfolger mehr finden und Betriebe trotz Gewinn schließen. Er kritisierte, dass junge Menschen oft kaum Finanzbildung besitzen und der Staat Vermögensbildung nicht fördere, sondern durch Inflation, Steuerlast und Umverteilung erschwere. Besonders eindrücklich war seine Aussage, dass selbst ein Einzelunternehmer mit 100.000 Euro Einkommen nach Steuern, Krankenversicherung, Lebenshaltung, Altersvorsorge und Investitionsbedarf oft kaum echten Spielraum für Vermögensaufbau habe.
In der Diskussion wurde deutlich: Vermögensschutz ist kein Nischenthema für Wohlhabende, sondern eine zentrale Frage der sozialen Stabilität, der Altersvorsorge und der Freiheit der Bürger. Ohne Eigentum, reale Renditen, stabile Währung, niedrigere Abgaben, mehr Wohneigentum und bessere finanzielle Bildung droht breiten Schichten der Bevölkerung ein dauerhafter Verlust an Selbstbestimmung.
Zum Abschluss verdichteten die Teilnehmer ihre Botschaften: Polleit warnte davor, dem Euro und Bankeinlagen blind zu vertrauen, und empfahl Gold, Silber sowie weltweit gestreute Aktienanlagen. Stefan Kofner bezeichnete das selbstgenutzte Wohneigentum als Eckstein eines Mittelschichtsvermögens. Mixl rief dazu auf, sich staatlicher Übergriffigkeit nicht einfach zu fügen. Groß appellierte an die Bürger, Verantwortung für die eigene Vermögensplanung zu übernehmen.
Die Veranstaltung zeigte: Vermögensschutz braucht mehr als Anlageberatung. Er verlangt eine politische Ordnung, die Eigentum schützt, Geldwertstabilität ernst nimmt, Leistung belohnt, Mittelstand und Familien entlastet und Bürgern wieder die Möglichkeit gibt, aus eigener Arbeit Vermögen aufzubauen.








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