Wirtschaftspolitische Schnittmengen von AfD, CDU und BSW in Mecklenburg-Vorpommern
IKW-Studie
_ Christopher Kofner, Geschäftsführer & Ökonom, Institut für konservative Wirtschaftspolitik (IKW). München, 6. August 2026.
Kernbotschaften & Handlungsempfehlungen
- Die Studie vergleicht die Wahlprogramme von AfD, CDU und BSW zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern in den Themenblöcken Wirtschaft, Haushalt, Energie und Digitales. Insgesamt wurden 60 Einzelmaßnahmen identifiziert und systematisch gegenübergestellt. Jede Position ist mit der jeweiligen Programmseite und einer lokal gezählten Textzeile belegt.
- Die Studie weist zwei Übereinstimmungswerte aus: Der Gesamtwert berücksichtigt sämtliche erfassten Forderungen einschließlich solcher Maßnahmen, die nur in einem Programm vorkommen. Der engere Vergleichswert berücksichtigt ausschließlich Forderungen, zu denen in den jeweils verglichenen Programmen tatsächlich eine analoge, ähnliche oder gegensätzliche Position vorliegt. Fehlende Vergleichsforderungen sind daher kein politischer Widerspruch, sondern Ausdruck unterschiedlicher programmatischer Schwerpunktsetzung.
- Über alle Forderungen erreicht AfD-CDU eine programmatische Übereinstimmung von 55,8 %, AfD-BSW von 47,5 %. Werden ausschließlich unmittelbar vergleichbare Forderungen berücksichtigt, steigen die Werte auf 68,4 % beziehungsweise 58,2 %. Das Dreiermittel beträgt 51,7 % beziehungsweise 63,3 %.
- Zwischen AfD und CDU besteht nur ein direkter Widerspruch (Erhalt analoger Verwaltungszugänge), zwischen AfD und BSW bestehen fünf. Die größte Nähe zeigt sich bei AfD und CDU im Bereich Haushalt mit 80,0 % und bei AfD und BSW im Bereich Energie mit 75,0 % der vergleichbaren Forderungen.
- In der Energiepolitik bestehen kurzfristig erhebliche Schnittmengen, langfristig jedoch unterschiedliche Leitbilder. AfD, CDU und BSW setzen auf bezahlbare Energie, Versorgungssicherheit, Netzausbau, Speicher, regionale Wertschöpfung und eine Begrenzung des weiteren Windkraft- und Freiflächen-PV-Ausbaus, solange Bedarf, Netze und Speicher fehlen. CDU und BSW halten langfristig an Klimaschutz und Energiewende mit einer tragenden Rolle erneuerbarer Energien fest, während die AfD den weiteren Ausbau wetterabhängiger Energieträger grundsätzlich kritischer bewertet und stärker auf Kernenergie, Gas und technologieoffene Versorgung setzt.
- Felder mit besonders hohen Kooperationsmöglichkeiten eignen sich für ein gemeinsames Reformprogramm. Ein gemeinsames 100-Tage-Programm sollte sich auf kurzfristig umsetzbare Schnittmengen konzentrieren: Bürokratieabbau, schnellere und digitale Genehmigungen, Fachkräftesicherung, kommunale Entlastung, regionale Energienutzung, Speicher, Reservekapazitäten und digitale Verwaltung; grundlegende Konflikte über Mindestlohn, Tariftreue, Schuldenpolitik, Rüstungsindustrie und Energiemix gehören nicht in ein Sofortprogramm.
Einführung
Am 20. September 2026 wird der 9. Landtag Mecklenburg-Vorpommerns gewählt. Bis dahin verbleiben 45 Tage [4]. Der DAWUM-Wahltrend vom 9. Juli fasst zwei Umfragen mit insgesamt 2.167 Befragten zusammen. Danach erreicht die AfD 35,7 %, die SPD 28,7 %, die Linke 11,7 %, die CDU 9,3 %, die Grünen 4,7 % und das BSW 4,6 % [5; 6]. Die daraus abgeleitete Sitzverteilung weist der AfD keine absolute Mehrheit zu. Eine Regierungsbildung unter Führung der AfD wäre daher voraussichtlich nur mit mindestens einem Koalitionspartner möglich.
Die AfD verfolgt das Ziel einer Alleinregierung; Ministerpräsidentenkandidat ist Leif-Erik Holm [1; 15]. Die CDU schließt Koalitionen und vergleichbare Formen der Zusammenarbeit mit der AfD durch Parteibeschluss aus [7]. Zugleich gibt es in Mecklenburg-Vorpommern abweichende Stimmen. CDU-Landeschef Daniel Peters erklärte, auf kommunaler Ebene bestehe in Ostdeutschland eine andere politische Realität als im Bund. Der frühere CDU-Landesvorsitzende Michael Sack und weitere Unterzeichner eines offenen Briefes forderten eine ergebnisoffenere Debatte über den Umgang mit der AfD [8]. Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Sascha Ott trat 2024 aus der CDU aus und später der AfD bei; der Landtagsabgeordnete Ralf Diener wechselte 2026 zur AfD-Fraktion [9; 10; 11]. Diese Fälle zeigen, dass die formale Abgrenzung innerhalb des Landesverbandes nicht überall gleichermaßen getragen wird.
Auch der BSW-Landesvorstand lehnt eine Koalition sowie die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten bis jetzt noch ab, will Sachanträge jedoch nach ihrem Inhalt bewerten [12]. Die damalige BSW-Bundesspitze hatte zuvor punktuelle Zusammenarbeit und wechselnde Mehrheiten nicht grundsätzlich ausgeschlossen; diese Linie löste innerparteiliche Konflikte und prominente Austritte aus [13; 14]. In einer NDR-Umfrage befürworteten 62 % der Befragten gemeinsame Anträge mit der AfD, 59 % eine Minderheitsregierung unter Duldung und 55 % eine Koalition [9]. Damit stehen formale Abgrenzungsbeschlüsse einer erkennbaren Offenheit in Teilen der Wählerschaft und einzelner Funktionsträger gegenüber. Vor diesem Hintergrund ist ein sachlicher Programmvergleich notwendig: Er zeigt, in welchen Politikfeldern Regierungsverhandlungen technisch möglich wären und an welchen Punkten grundlegende politische Entscheidungen erforderlich würden.
Daten und Methodologie
Untersucht werden die vollständigen Programme von AfD, CDU und BSW zur Landtagswahl 2026 in Mecklenburg-Vorpommern [1-3]. Die Analyse erfasst 60 klar voneinander abgegrenzte Maßnahmenkomplexe in den Bereichen Wirtschaft (19), im Haushalt und Finanzen (13), Digitales (11) und Energie (17). Jede eigenständige Forderungsdimension wird einmal gezählt. Inhaltlich getrennte Querschnittsthemen werden nur dann mehrfach berücksichtigt, wenn sie unterschiedliche politische Instrumente oder Zielrichtungen betreffen.
Die Bewertung erfolgt anhand von vier Kategorien. Kategorie 1 kennzeichnet eine vollständige oder nahezu vollständige Übereinstimmung und wird nur vergeben, wenn sowohl das politische Ziel als auch das vorgeschlagene Instrument weitgehend übereinstimmen. Kategorie 2 umfasst Forderungen mit ähnlicher Zielrichtung oder vergleichbaren Instrumenten, bei denen ein politischer Kompromiss realistisch erscheint. Kategorie 3 bezeichnet gegensätzliche Forderungen oder einen grundlegenden politischen Widerspruch. Kategorie 4 wird vergeben, wenn im jeweils anderen Wahlprogramm keine hinreichend vergleichbare Forderung enthalten ist.
Die Übereinstimmungswerte werden in zwei Varianten ausgewiesen. Der erste Wert berücksichtigt sämtliche erfassten Forderungen und Maßnahmenkomplexe aus den vier Bereichen Wirtschaft, Haushalt und Finanzen, Energie sowie Digitales. Er zeigt damit, wie groß die programmatische Schnittmenge gemessen an der gesamten Breite der veröffentlichten Forderungen ist. Forderungen, die nur in einem Programm vorkommen und zu denen die jeweils andere Partei keine erkennbare Position formuliert, werden in dieser Gesamtbetrachtung als nicht vergleichbar erfasst. Aus dem bloßen Fehlen einer Forderung lässt sich jedoch weder Zustimmung noch Ablehnung ableiten. Deshalb wird zusätzlich ein zweiter Wert berechnet, der ausschließlich jene Maßnahmen berücksichtigt, zu denen in den verglichenen Programmen eine sachlich entsprechende, ähnliche oder gegensätzliche Position vorliegt. Nicht erwähnte Einzelthemen werden aus dieser engeren Berechnung herausgenommen. Der erste Wert beschreibt somit die Übereinstimmung über den gesamten Forderungskatalog, der zweite die Übereinstimmung innerhalb der tatsächlich vergleichbaren politischen Themenfelder.
Quantifizierte Ergebnisse
| Bereich | AfD – CDU alle / vergleichbar |
AfD – BSW alle / vergleichbar |
Dreiermittel alle / vergleichbar |
| Wirtschaft | 63,2 % / 70,6 % | 47,4 % / 50,0 % | 55,3 % / 60,3 % |
| Haushalt | 61,5 % / 80,0 % | 34,6 % / 56,3 % | 48,1 % / 68,1 % |
| Digitales | 54,5 % / 54,5 % | 54,5 % / 54,5 % | 54,5 % / 54,5 % |
| Energie | 44,1 % / 68,2 % | 52,9 % / 75,0 % | 48,5 % / 71,6 % |
| Gesamt | 55,8 % / 68,4 % | 47,5 % / 58,2 % | 51,7 % / 63,3 % |
Die Prozentwerte messen ausschließlich die programmatische Nähe der Forderungen. Sie treffen keine Aussage über rechtliche Zulässigkeit, Finanzierbarkeit, administrative Umsetzbarkeit oder politische Koalitionsbereitschaft.
Vergleichsmatrix: Wirtschaft
Zwischen AfD und CDU liegt die Übereinstimmung im Bereich Wirtschaft bei 63,2 % über alle Maßnahmenkomplexe und bei 70,6 % unter den unmittelbar vergleichbaren Forderungen. Zwischen AfD und BSW betragen die Werte 47,4 % beziehungsweise 50,0 %. Die größten Schnittmengen bestehen beim Bürokratieabbau, bei der Stärkung des Mittelstands, bei Ausbildung und Fachkräftesicherung sowie bei regionaler Wertschöpfung. Klare Konflikte betreffen vor allem Tariftreue, staatliche Lohnvorgaben und die Rolle der Rüstungsindustrie.
| Komplex | AfD | CDU | BSW | Einordnung der Paarvergleiche |
| W1 Wirtschaftsmodell / Staatsrolle | Freier Markt; Staat setzt den Rahmen. 11:3-9; 12:1-2 |
Marktwirtschaft plus aktive Ansiedlungsfonds. 8:21-30; 10:5-13 |
Soziale Marktwirtschaft plus aktive Industriepolitik. 23:8-24 |
AfD-CDU: 2 Beide Programme bekennen sich zur Marktwirtschaft; CDU nutzt mehr Staatskapital. AfD-BSW: 2 Beide Programme bekennen sich zur Marktwirtschaft; BSW steuert stärker. |
| W2 Wirtschaftsdialog | Regelmäßiger Runder Tisch Wirtschaft. 12:3-10 |
Wirtschaftsforum mit Kammern und Verbänden. 9:33-38; 10:1-3 |
Partnerschaft auch mit Gewerkschaften. 23:18-21 |
AfD-CDU: 1 Nahezu identisches Dialogformat mit Wirtschaft und Kammern. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; BSW weniger festgelegt. |
| W3 Strategie und Ansiedlung | Leitbranchen, Rechenzentren, Standortbedingungen. 15:1-14; 16:7-19 |
Strategische Ansiedlung und Wirtschaftskorridore. 9:4-17; 10:5-22 |
Landesstrategie und aktive Industriepolitik. 24:1-20 |
AfD-CDU: 2 Gleiches Ansiedlungsziel; Instrumente verschieden. AfD-BSW: 2 Gleiches Ansiedlungsziel; Staatsrolle verschieden. |
| W4 Förderung / Kapital | GRW/ESF umwidmen; Mikrokredite verbessern. 11:3-9; 13:1-5 |
Fonds, Zuschüsse, Beteiligungen bündeln. 10:5-13; 14:24-37 |
Förderung vereinfachen; öffentliche Fonds. 24:14-17; 35:8-26 |
AfD-CDU: 2 Förderung; Umfang verschieden. AfD-BSW: 2 Förderung; BSW staatsnäher. |
| W5 Vergabe und Tariftreue | Lohnkriterien streichen; Schwellenwerte erhöhen. 12:12-24 |
Vergabe vereinfachen; UVgO/VOB/A lockern. 14:6-22 |
Tariftreue sichern; kleinere Lose, Sozialstandards. 19:10-26; 30:9-24 |
AfD-CDU: 2 Beide vereinfachen; AfD streicht Lohnkriterien. AfD-BSW: 3 Tariftreue wird gestrichen beziehungsweise verbindlich. |
| W6 Bürokratieabbau | Dokumentationspflichten und Hemmnisse abbauen. 11:10-15 |
Effizienztest, Mittelstandsampel, Rechtsbereinigung. 13:23-35; 102:17-37 |
Berichtspflichten streichen; Verwaltung ermöglicht. 29:1-28 |
AfD-CDU: 1 Ziel und Instrumente deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Ziel und Instrumente deckungsgleich. |
| W7 Genehmigung / One-Stop | Digitale Förderbank und Online-Zugänge. 56:7-15 |
Drei-Monats-Fiktion, One-Stop, digitale Fristen. 9:25-31; 11:4-11; 14:19-22 |
Feste Fristen, Portale, schnellere Genehmigungen. 29:16-28; 32:4-9 |
AfD-CDU: 2 Das politische Ziel ist gleich; CDU setzt konkretere Fristen. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; Instrumente differieren. |
| W8 Mittelstand / regionale Ketten | Mittelstand und regionale Produktion stärken. 15:15-22; 56:11-12 |
KMU, Gewerbeflächen, regionale Wertschöpfung. 16:12-25; 17:6-14 |
Regionale Lieferketten, Handwerk, Beschaffung. 32:23-35; 33:3-19 |
AfD-CDU: 1 Kernforderung deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Kernforderung deckungsgleich. |
| W9 Gründung / Nachfolge | Mikrodarlehen, Gründung, Selbstständigkeit. 56:7-12 |
Gründungsbooster, Kapital, Nachfolgeplattformen. 18:1-8; 24:1-20 |
One-Stop-Beratung, Genossenschaften, Fonds. 35:28-36; 36:1-16 |
AfD-CDU: 2 Das politische Ziel ist gleich; Instrumentenmix verschieden. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; Instrumentenmix verschieden. |
| W10 Innovation / Transfer | Transferstelle, Stipendien, Life-Sciences-Ausgründungen. 15:5-13 |
Technologiemasterplan, F&E-Fonds, Hochschultransfer. 24:29-35; 25:8-16 |
Gutscheine, Transferstellen, Zukunftsagentur. 34:1-32 |
AfD-CDU: 2 Gleicher Transferansatz; Institutionen verschieden. AfD-BSW: 2 Gleicher Transferansatz; Institutionen verschieden. |
| W11 Automatisierung / KI | Robotik, Software und KI steuerlich fördern. 14:14-23 |
KI und Digitalisierung für Produktivität. 10:14-17; 108:10-23 |
Automatisierung sozial flankiert fördern. 31:23-34; 32:13-16 |
AfD-CDU: 1 Deckungsgleiche Produktivitätsförderung. AfD-BSW: 2 Gleiches Instrument; BSW verlangt soziale Leitplanken. |
| W12 Gesundheit / Tourismus | Gesundheit und Tourismus als Leitbranchen. 14:24-28; 15:1-22 |
Gesundheit und Tourismus als Wachstumsmotoren. 20:8-33; 21:8-15 |
Gesundheit und Tourismus gezielt stärken. 36:17-28; 38:28-35; 39:1-17 |
AfD-CDU: 1 Branchenprioritäten deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Branchenprioritäten deckungsgleich. |
| W13 Maritime / Rüstungsorientierung | Werften: Marine-, Behörden-, Spezialschiffe. 15:23-30; 16:1-6 |
Rüstungsunternehmen und Bundeswehrstandorte ausbauen. 12:6-15 |
Maritime Wirtschaft zivil; keine Rüstungsumwandlung. 37:20-37; 38:5-23 |
AfD-CDU: 2 Militärbezug; Schwerpunkt verschieden. AfD-BSW: 3 Militärischer Ausbau trifft zivile Begrenzung. |
| W14 Flächen, Korridore, Häfen | Keine Vergleichsforderung. – |
Flächenfonds, Korridore, Rostock und Parchim. 10:18-38; 11:13-25 |
Häfen und Logistik mit Nachbarräumen verknüpfen. 42:6-34 |
AfD-CDU: 4 AfD ohne flächendeckendes Korridorkonzept. AfD-BSW: 4 AfD ohne flächendeckendes Korridorkonzept. |
| W15 Tourismusregeln / Ladenöffnung | Ladenschluss und Bäderregeln liberalisieren. 12:26-30 |
Sonntagsöffnung flexibler gestalten. 23:1-10 |
Tourismusgesetz entbürokratisieren, nicht streichen. 37:4-13 |
AfD-CDU: 1 Gleiches Ziel: liberalere Öffnungszeiten. AfD-BSW: 2 Bürokratieabbau; Regelmodell verschieden. |
| W16 Arbeitsanreize / Arbeitszeit | Arbeitsanreize und flexible Jahresmodelle. 13:11-18; 13:20-23 |
Wochenhöchstarbeitszeit; ältere Ausbilder. 15:13-20; 17:16-26 |
Flexible, aber planbare Arbeitszeit. 19:21-30 |
AfD-CDU: 2 Mehr Flexibilität; Ausgestaltung offen. AfD-BSW: 2 Mehr Flexibilität; Schutzregeln verschieden. |
| W17 Fachkräftezuwanderung | Bedarfszuwanderung nachrangig und streng. 13:19-30 |
Internationale Rekrutierung; Anerkennung bündeln. 15:22-30; 16:5-10 |
Anerkennung, Sprache, Zuwanderung erleichtern. 30:28-35; 31:16-18 |
AfD-CDU: 2 Bedarf; Zugangsregeln deutlich verschieden. AfD-BSW: 2 Bedarf; Zugangsregeln deutlich verschieden. |
| W18 Ausbildung / Meister | Duale Ausbildung; Meisterkosten zu 90 %. 14:1-13 |
Azubiprämie; Meisterausbildung kostenfrei. 16:27-35; 17:1-4 |
Duale Ausbildung und Betriebe stärken. 30:28-33; 31:7-15 |
AfD-CDU: 1 Deckungsgleiche Ausbildungs-/Meisterförderung. AfD-BSW: 2 Ausbildung; kein gleiches Meisterinstrument. |
| W19 Lohn- / Beschäftigungsregeln | Marktlohn; tarifpolitische Auflagen streichen. 12:19-24 |
Keine Vergleichsforderung. – |
15-Euro-Mindestlohn; Tarifbindung; Minijobs begrenzen. 19:13-34 |
AfD-CDU: 4 CDU ohne umfassendes Regulierungspaket. AfD-BSW: 3 Marktlohn steht verbindlicher Lohnregulierung entgegen. |
Vergleichsmatrix: Haushalt
Im Bereich Haushalt und Finanzen erreichen AfD und CDU 61,5 % über alle Maßnahmenkomplexe und 80,0 % bei den vergleichbaren Forderungen. AfD und BSW kommen auf 34,6 % beziehungsweise 56,3 %. AfD und CDU stimmen besonders bei Haushaltskonsolidierung, Aufgabenkritik, Ausgabenkontrolle und der Stärkung kommunaler Finanzen überein. Beim BSW bestehen größere Differenzen, insbesondere bei Kreditfinanzierung und Investitionspolitik. Mehrere parteispezifische Kontrollinstrumente haben kein direktes Gegenstück in den anderen Programmen.
| Komplex | AfD | CDU | BSW | Einordnung der Paarvergleiche |
| H1 Schuldenregel / Defizit | Schuldenbremse ohne strukturelle Neuverschuldung. 55:20-25 |
Schweizer Modell; Defizitabbau und Tilgung. 109:11-35 |
Starre Sparziele ablehnen; Investitionskredite zulassen. 94:19-21 |
AfD-CDU: 1 Beide Programme verlangen eine harte Begrenzung neuer Schulden und eine Konsolidierung des Haushalts. AfD-BSW: 3 Die strikte Schuldenbegrenzung der AfD widerspricht der vom BSW befürworteten Kreditfinanzierung von Investitionen. |
| H2 Aufgaben- / Ausgabenkritik | Kernaufgaben, Doppelstrukturen, Programme prüfen. 53:7-11; 55:4-10 |
Vollständige Aufgaben- und Ausgabenprüfung. 110:6-24 |
Systematische Aufgabenkritik; klare Prioritäten. 93:31-35; 94:16-18 |
AfD-CDU: 1 Der Ansatz einer systematischen Aufgaben- und Ausgabenprüfung ist nahezu deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Der Ansatz einer systematischen Aufgaben- und Ausgabenprüfung ist nahezu deckungsgleich. |
| H3 Verwaltungsstruktur / Personal | Ministerien bündeln; Vakanzen nicht nachbesetzen. 54:18-26; 55:4-10 |
Modernisieren; Kernstellen bis 2035 reduzieren. 104:26-37; 105:1-18 |
Vereinfachen, Daseinsvorsorge nicht kaputtsparen. 93:9-12; 94:11-18 |
AfD-CDU: 1 Strukturabbau und Attrition weitgehend gleich. AfD-BSW: 2 Effizienz; BSW lehnt Leistungskürzungen ab. |
| H4 Kassensturz / Transparenz | 100-Tage-Kassensturz; Lasten offenlegen. 54:27-30; 55:12-19 |
Strukturkommission; wirkungsorientierte Ausgaben. 110:15-22 |
Haushalt, Sondervermögen, Folgekosten offenlegen. 94:8-10 |
AfD-CDU: 2 Transparenz; Verfahren verschieden. AfD-BSW: 2 Transparenz; Verfahren verschieden. |
| H5 Überschüsse / Rücklagen | Tilgung und Pensionsvorsorge priorisieren. 55:17-25 |
50 % Tilgung, 25 % Reserve, 25 % weitere Zwecke. 109:21-35 |
Kein vergleichbarer Verteilungsschlüssel. – |
AfD-CDU: 2 Ziele ähnlich; CDU legt feste Quote fest. AfD-BSW: 4 BSW ohne vergleichbaren Verteilungsschlüssel. |
| H6 Investitionsfinanzierung | Investitionen aus Konsolidierung; keine Konsumschulden. 54:10-17; 55:20-25 |
Investitionsquote erhöhen; mindestens 18 %. 111:14-28 |
Kredite nur für langfristige Werte. 94:4-7 |
AfD-CDU: 2 Investitionen priorisiert; Finanzierung verschieden. AfD-BSW: 2 Investitionen priorisiert; Finanzierung verschieden. |
| H7 Steuern / Gebühren | Grundfreibetrag, kalte Progression, Abgaben senken. 53:18-28; 55:26-30 |
Steuern und Abgaben senken; automatisch erklären. 11:27-35; 15:13-17 |
Kleine und mittlere Einkommen entlasten. 93:13-17 |
AfD-CDU: 1 Breite Entlastung deckungsgleich. AfD-BSW: 2 Entlastung; Zielgruppen verschieden. |
| H8 Grunderwerb / Eigenheim | Ersterwerb steuerfrei; übrige Sätze senken. 54:1-9 |
Grunderwerbsteuer senken; Baukindergeld, Kredite. 6:15-17; 114:19-21 |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 1 Eigentumsentlastung deckungsgleich. AfD-BSW: 4 BSW ohne vergleichbare Eigentumssteuerforderung. |
| H9 Kommunalfinanzen / Konnexität | Pauschalen, Konnexität, mehr Eigenverantwortung. 56:22-31; 57:1-2 |
Planungssicherheit und auskömmliche Ausstattung. 41:6-24 |
Strikte Konnexität; Pauschalen; weniger Förderbürokratie. 94:1-3; 94:11-15 |
AfD-CDU: 1 Kommunalfinanzierung deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Kommunalfinanzierung deckungsgleich. |
| H10 Förderinstitut / Programme | Digitale Landesförderbank; Programme bündeln. 56:7-12 |
LFI reformieren; digitalisieren und beschleunigen. 14:18-22 |
Förderzugang vereinfachen; mehr Pauschalen. 30:1-8; 94:11-14 |
AfD-CDU: 2 Das politische Ziel ist gleich; Organisationsmodell verschieden. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; Organisationsmodell verschieden. |
| H11 Integrität / Finanzkontrolle | Antikorruptionsbeauftragter; Haushaltsrisiken offenlegen. 54:21-22; 55:12-19 |
Steuerhinterziehung und Geldwäsche stärker verfolgen. 112:24-36 |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 4 Kontrollgegenstand und Instrumente nicht vergleichbar. AfD-BSW: 4 BSW ohne eigenständigen Kontrollpunkt. |
| H12 AfD-spezifische Instrumente | Defizitkürzung bei Politikerbezügen; Bargeldwahl; Pensionsfonds. 54:23-25; 55:17-19; 57:3-11 |
Keine Vergleichsforderung. – |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 4 CDU ohne vergleichbares Instrumentenpaket. AfD-BSW: 4 BSW ohne vergleichbares Instrumentenpaket. |
| H13 Zivile statt militärische Priorität | Keine Haushaltsforderung. – |
Keine Haushaltsforderung. – |
Rüstungsmittel zu Sozialem und Infrastruktur umschichten. 93:21-28 |
AfD-CDU: 4 Beide Programme ohne landeshaushaltlichen Vergleichspunkt. AfD-BSW: 4 AfD ohne landeshaushaltlichen Vergleichspunkt. |
Vergleichsmatrix: Digitales
Im Bereich Digitales erreichen beide Paarvergleiche 54,5 % – sowohl über alle Maßnahmenkomplexe als auch unter den vergleichbaren Forderungen. Gemeinsame Schwerpunkte sind der Ausbau digitaler Netze, die Modernisierung der Verwaltung, Hilfen für Unternehmen und eine stärkere Cybersicherheit. Unterschiede bestehen bei der institutionellen Steuerung, beim Umfang staatlicher Digitalangebote und beim Erhalt analoger Zugänge. AfD und BSW lehnen eine anlasslose Massenüberwachung ab.
| Komplex | AfD | CDU | BSW | Einordnung der Paarvergleiche |
| D1 Netze / Funklöcher | Glasfaser und Mobilfunk; Land zuerst. 86:17-18 |
Gigabit, 5G, WLAN, flächendeckend. 106:1-7 |
Glasfaser/5G; öffentlich bei Marktversagen. 91:3-5 |
AfD-CDU: 1 Das Ausbauziel ist nahezu deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Das Ausbauziel ist nahezu deckungsgleich. |
| D2 Strategie / Steuerung | Klare digitale Aufholstrategie. 86:11-16; 86:28-29 |
Übergreifende Strategie; Zuständigkeiten bündeln. 107:4-14 |
Digitales Leitbild; DVZ als zentraler IT-Integrator. 90:25-30; 91:11-12 |
AfD-CDU: 2 Das Steuerungsziel ist gleich; CDU institutioneller. AfD-BSW: 2 Das Steuerungsziel ist gleich; BSW steuert über das DVZ. |
| D3 Digitale Verwaltung | Behördengänge online; sichere Verfahren. 86:24-27 |
Portal/App, E-ID, E-Akte, Once-Only, Register. 103:12-36; 104:1-7 |
Once-Only, medienbruchfrei, Register, Standards. 91:6-12 |
AfD-CDU: 2 Das politische Ziel ist gleich; CDU beschreibt mehr Bausteine. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; BSW beschreibt mehr Standards. |
| D4 Vereinfachung / Automatisierung | Prozesse digitalisieren und Personal entlasten. 36:25-28; 14:20-23 |
Verfahren neu bauen und automatisieren. 103:27-29; 105:6-18 |
Erst vereinfachen, dann digitalisieren. 90:27-30; 91:10-12 |
AfD-CDU: 2 Automatisierung; Umfang verschieden. AfD-BSW: 2 Vereinfachung; Reihenfolge deutlicher beim BSW. |
| D5 Analoge Zugänge / Teilhabe | Digitale Zugänge ersetzen teure Analogstrukturen. 56:13-15 |
Hybride Beratung und analoge Alternativen. 103:13-29; 106:16-20 |
Analoge Zugänge und praktische Hilfe erhalten. 91:13 |
AfD-CDU: 3 Ersatz analoger Strukturen trifft Erhalt. AfD-BSW: 3 Ersatz analoger Strukturen trifft Erhalt. |
| D6 Unternehmensförderung | Digitalfonds für Automatisierung und IT. 86:18-22 |
MV-Digital: mindestens 20 Mio. Euro jährlich. 6:3-7; 107:16-24 |
Digitalisierungshilfen für KMU. 32:10-20 |
AfD-CDU: 1 Instrument und Ziel deckungsgleich. AfD-BSW: 2 Das politische Ziel ist gleich; BSW ohne gleiches Volumenmodell. |
| D7 KI-Anwendung / Institutionen | KI und Software für Wirtschaft und Verwaltung. 14:14-23; 59:14-22 |
KI-Zentrum, Cluster, Hub, Lab, Programme. 106:22-35; 107:26-33 |
KI transparent und unter menschlicher Kontrolle. 91:14-29 |
AfD-CDU: 2 KI-Nutzung; CDU baut mehr Institutionen. AfD-BSW: 2 KI-Nutzung; BSW setzt strengere Leitplanken. |
| D8 Digitalkompetenzen | Eigene IT-Fachkräfte ausbilden. 86:20-23 |
Kompetenzen in Wirtschaft, Verwaltung, Bildung. 106:9-15; 108:25-29 |
Digitale Bildung und kritische KI-Kompetenz. 92:14-21; 32:13-14 |
AfD-CDU: 2 Kompetenzaufbau; Zielgruppen breiter bei CDU. AfD-BSW: 2 Kompetenzaufbau; BSW betont Kritikfähigkeit. |
| D9 Souveränität / Datenräume | Souveränität durch eigenes Wissen. 86:20-23 |
MV-Data-Space und sichere Schnittstellen. 9:25-31; 104:1-7 |
Open Source, offene Schnittstellen, Europa. 91:8-12; 92:1-7 |
AfD-CDU: 2 Souveränitätsziel gleich; Instrumente verschieden. AfD-BSW: 2 Souveränitätsziel gleich; Instrumente verschieden. |
| D10 Daten, KI, Überwachung | Keine Massenüberwachung; Quick Freeze, Tatverdachts-KI. 42:19-27 |
KI-Analyse, Massendaten; Datenschutz anpassen. 30:4-13; 30:25-29 |
Keine Chatkontrolle oder Massenüberwachung. 92:8-13 |
AfD-CDU: 2 Gezielte Analyse; CDU plant breitere Infrastruktur. AfD-BSW: 1 Beide lehnen Massenüberwachung ab. |
| D11 Cybersicherheit | Cyberkompetenz und sichere Verwaltung. 36:22-28; 40:4-11 |
Cyberresilienz, Backups, sichere IT. 30:1-13 |
Spezialisierte IT-Einsatzgruppen. 92:8-13; 32:19-20 |
AfD-CDU: 2 Schutzziel gleich; Instrumente verschieden. AfD-BSW: 2 Schutzziel gleich; Instrumente verschieden. |
Vergleichsmatrix: Energie
Im Bereich Energie erreichen AfD und CDU 44,1 % über alle Maßnahmenkomplexe und 68,2 % bei den vergleichbaren Forderungen. AfD und BSW kommen auf 52,9 % beziehungsweise 75,0 %. Der niedrige Gesamtwert bei AfD und CDU erklärt sich vor allem durch zahlreiche Forderungen ohne direktes Gegenstück. Inhaltliche Schnittmengen bestehen bei Repowering, Photovoltaik auf Dächern und versiegelten Flächen, regionaler Energienutzung sowie bei Gas und Biogas als Reserve. Grundlegende Unterschiede betreffen den weiteren Windkraftausbau, Kernenergie, Nord Stream, LNG und die konkrete Ausgestaltung staatlicher Preisentlastungen.
| Komplex | AfD | CDU | BSW | Einordnung der Paarvergleiche |
| E1 Leitbild | Sicher, bezahlbar, technologieoffen, umweltverträglich. 79:22-28; 80:1-6 |
Bezahlbar, sicher, nachhaltig, technologieoffen. 115:13-36; 116:1-12 |
Bezahlbar, sicher, verlässlich, technologieoffen. 24:21-36 |
AfD-CDU: 1 Die energiepolitischen Grundprinzipien stimmen nahezu vollständig überein. AfD-BSW: 1 Die energiepolitischen Grundprinzipien stimmen nahezu vollständig überein. |
| E2 Preis- / Kostenentlastung | Pipelinegas; Eigenverbrauch abgabenfrei. 83:26-31; 84:1-10; 86:1-5 |
30-Euro-Bonus je Einwohner; Industrieförderung. 116:35-38; 117:1-2 |
Netzentgelte senken; regional direkt vermarkten. 27:4-15; 28:20-31 |
AfD-CDU: 2 Das Ziel niedrigerer Energiepreise ist gleich; Entlastungsinstrumente verschieden. AfD-BSW: 2 Das Ziel niedrigerer Energiepreise ist gleich; Entlastungsinstrumente verschieden. |
| E3 Markt / Subventionen | Einspeisevorrang und Dauersubventionen beenden. 80:7-21; 86:6-10 |
Erneuerbare, Speicher und H2 gezielt fördern. 117:4-16; 121:1-6 |
Bürgerenergie und Kommunalprojekte fördern. 27:34-37 |
AfD-CDU: 2 Gezielte Hilfe möglich; Dauerförderung strittig. AfD-BSW: 2 Gezielte Hilfe möglich; Dauerförderung strittig. |
| E4 Windflächen / Repowering | Flächengesetz stoppen; weiteren Ausbau begrenzen. 81:22-31; 82:1-8 |
Neue Flächen nur bei Bedarf; Repowering zuerst. 115:18-26; 119:7-16 |
Leistungsziel statt Flächenziel; Repowering zuerst. 25:6-22 |
AfD-CDU: 2 Bedarfsprüfung; Rechtsweg verschieden. AfD-BSW: 2 Begrenzung und Repowering weitgehend gleich. |
| E5 Abstände / lokale Mitsprache | Strengere Prüfung; keine Projekte gegen Gemeinden. 82:3-25 |
Abstände flexibel; Bürger beteiligen. 117:5-14; 121:8-13 |
1.000/2.000 Meter; 180-Grad-Regel. 25:1-11; 25:30-34; 26:1-18 |
AfD-CDU: 2 Mitsprache; Abstandspolitik verschieden. AfD-BSW: 2 Mitsprache; BSW mit festen Abständen. |
| E6 Wind-Rückbau / Entsorgung | Probleme benannt; keine konkrete Sicherheitsleistung. 81:3-14 |
Keine Vergleichsforderung. – |
Kosten bei Genehmigung inflationsfest absichern. 26:19-27 |
AfD-CDU: 4 CDU ohne eigenständige Rückbauforderung. AfD-BSW: 2 Problem; BSW macht Finanzierung verbindlich. |
| E7 Photovoltaik / Flächen | Kein Solarpark-Wildwuchs; Dächer zuerst. 82:26-31; 83:1-11 |
Dächer, Konversion, Agri-PV; Acker begrenzen. 115:18-26; 116:28-33 |
Dächer, Parkplätze, Industrieflächen zuerst. 28:11-12 |
AfD-CDU: 1 Flächenpriorität deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Flächenpriorität deckungsgleich. |
| E8 Netze / Speicher / System | Systemkosten benannt; keine eigene Ausbauagenda. 80:22-30 |
Netze, Großspeicher, Hybridanlagen ausbauen. 115:27-33; 117:17-21; 121:15-20 |
Netze und Speicher vor weiterer Erzeugung. 28:7-19 |
AfD-CDU: 4 AfD benennt das Problem, fordert aber keinen Ausbau. AfD-BSW: 4 AfD benennt das Problem, fordert aber keinen Ausbau. |
| E9 Regionale Nutzung | Eigenverbrauch und regionale Netze stärken. 86:1-5 |
Energy Sharing, Selbstversorgung, regionale Nutzung. 116:17-18; 119:1-5 |
Vor Ort nutzen, speichern, verarbeiten. 24:28-33; 28:15-19 |
AfD-CDU: 1 Regionale Nutzung deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Regionale Nutzung deckungsgleich. |
| E10 Stadtwerke / Marktmodell | Keine Vergleichsforderung. – |
Bürgerenergie und regionale Stromgutschrift. 121:1-6 |
Stadtwerke, Handelsplattform, kommunale Netze. 27:4-22; 28:1-6; 28:28-31 |
AfD-CDU: 4 AfD ohne vergleichbares Marktmodell. AfD-BSW: 4 AfD ohne vergleichbares Marktmodell. |
| E11 Nord Stream / LNG | Nord Stream reparieren; Rügen-LNG befristen. 83:12-31; 84:1-10 |
Keine Vergleichsforderung. – |
Nord Stream reparieren; Direktgas; LNG ablehnen. 27:26-33; 28:9-10 |
AfD-CDU: 4 CDU ohne vergleichbare Festlegung. AfD-BSW: 1 Pipeline- und LNG-Linie deckungsgleich. |
| E12 Kernenergie | Wiedereinstieg; SMR und MV-Standorte prüfen. 84:11-31; 85:1-2 |
Keine Vergleichsforderung. – |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 4 CDU ohne Kernenergieforderung. AfD-BSW: 4 BSW ohne Kernenergieforderung. |
| E13 Gas / Biogas als Reserve | Gaskraftwerke und Biogas im Übergang. 85:3-13 |
Fossile Perspektive; grundlastfähiges Biogas. 117:15-16; 119:18-24 |
Fossil nur solange nötig; Biogasreserve. 27:30-33; 28:24-27 |
AfD-CDU: 1 Übergangsreserve deckungsgleich. AfD-BSW: 1 Übergangsreserve deckungsgleich. |
| E14 Wasserstoff / CCS | Wasserstoff nur wirtschaftlich; keine CCS-Agenda. 85:14-20 |
H2, CCS/CCU und Speicher fördern. 116:19-27; 117:23-32 |
Wasserstoff nur gezielt wirtschaftlich einsetzen. 27:31-33 |
AfD-CDU: 2 Technologieoffen; Fördertiefe und CCS verschieden. AfD-BSW: 1 Wirtschaftlicher Vorrang vor H2-Einsatz deckungsgleich. |
| E15 Geothermie / Wärme | Tiefe Geothermie; freie Heizungswahl. 85:21-29 |
Geothermieprogramme und Bohrungsrisikofonds. 120:24-37 |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 2 Geothermie; Wärmepolitik breiter bei AfD. AfD-BSW: 4 BSW ohne eigenständige Geothermieforderung. |
| E16 Energie und Industrieansiedlung | Industrie/Rechenzentren durch Gas und Kernkraft. 16:7-19 |
Industrie folgt Energie; H2-Cluster. 118:20-32 |
Energietechnik und industrielle Nutzung regional. 22:31-36; 28:22-23 |
AfD-CDU: 2 Ansiedlung über Energie; Träger verschieden. AfD-BSW: 2 Industrienutzung; Technologiepfad verschieden. |
| E17 Eigenes Energieministerium | Keine Vergleichsforderung. – |
Eigenes Energieministerium einrichten. 118:14-18 |
Keine Vergleichsforderung. – |
AfD-CDU: 4 AfD ohne vergleichbare Ressortforderung. AfD-BSW: 4 AfD und BSW ohne vergleichbare Ressortforderung. |
Handlungsempfehlungen für Verhandlungen
AfD und CDU verfügen über einen belastbaren Verhandlungskorridor in der Haushalts- und Verwaltungspolitik. Dazu gehören Aufgabenkritik, Ausgabenkontrolle, kommunale Finanzen, digitale Genehmigungsverfahren, duale Ausbildung, der Einsatz von KI zur Produktivitätssteigerung und die Stärkung regionaler Wertschöpfung. In der Energiepolitik sind Kompromisse bei Repowering, Dach-Photovoltaik, regionaler Stromnutzung sowie bei Gas und Biogas als Reserve möglich. Verhandlungsbedarf besteht bei Umfang und Finanzierung staatlicher Fonds, bei der Fachkräftezuwanderung, bei Vergaberegeln und bei der Windkraftpolitik. Ein tragfähiger Kompromiss könnte Förderprogramme mit klaren Laufzeiten, messbaren Erfolgsindikatoren und regelmäßigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen verbinden.
AfD und BSW weisen ihren stärksten Verhandlungskorridor in der Energiepolitik auf. Bei den vergleichbaren Forderungen beträgt die Übereinstimmung 75,0 %. Gemeinsame Ansatzpunkte sind die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream, die Begrenzung von LNG-Infrastruktur, ein zurückhaltenderer Windkraftausbau, Repowering, Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen, regionale Energienutzung, Biogas als Reserve und eine Senkung der Netzkosten. Weitere Schnittmengen bestehen beim Bürokratieabbau, bei regionaler Wertschöpfung, Ausbildung und Digitalisierung. Grundlegende Konflikte betreffen Tariftreue, Mindestlohn, Schuldenregeln, staatliche Investitionslenkung und die Rüstungsindustrie. Kompromisse wären vor allem über befristete Förderprogramme, regionale Modellvorhaben und verbindliche Evaluationsklauseln erreichbar.
Für ein mögliches Dreierbündnis lässt sich ein gemeinsames Startprogramm aus fünf Paketen ableiten: erstens schnellere Genehmigungen durch Fristen, digitale Verfahren und das Once-Only-Prinzip; zweitens Fachkräftesicherung durch Aktivierung inländischer Potenziale, duale Ausbildung, schnellere Anerkennung von Qualifikationen und bedarfsorientierte Zuwanderung; drittens eine Stärkung der Kommunalfinanzen durch Konnexität, Pauschalen und weniger kleinteilige Förderbürokratie; viertens eine Energiepolitik mit Repowering, Dach-Photovoltaik, regionaler Nutzung und gesicherter Reservekapazität; fünftens eine sichere, leistungsfähige digitale Verwaltung. Nicht in ein gemeinsames Sofortprogramm gehören jene Punkte, bei denen die Programme einander direkt widersprechen. Dazu zählen insbesondere Tariftreue, Mindestlohn, Kreditfinanzierung, Rüstungsindustrie und zentrale Teile der Windkraftpolitik.
Für die Verhandlungsstrategie ist zwischen drei Gruppen zu unterscheiden. Felder mit besonders hohen Kooperationsmöglichkeiten bestehen dort, wo Zielrichtung und Instrumente weitgehend übereinstimmen und unmittelbar in ein gemeinsames Reformprogramm übernommen werden können, etwa beim Bürokratieabbau, bei schnelleren Genehmigungsverfahren, der Verwaltungsdigitalisierung, der Stärkung von Mittelstand und Handwerk sowie bei Teilen der Fachkräftesicherung. Bei nur teilweise übereinstimmenden Forderungen muss über Kosten, Nutzen, Zuständigkeiten, zeitliche Umsetzung und parlamentarische oder öffentliche Kontrolle verhandelt werden. Dies betrifft beispielsweise Förderprogramme, Investitionsfonds, direkte Entlastungen bei Energiepreisen, kommunale Beteiligungsmodelle und den Umfang staatlicher Wirtschaftsförderung. Wo die Programme gegensätzliche ordnungs-, finanz- oder industriepolitische Grundentscheidungen treffen, reicht ein technischer Kompromiss nicht aus. Solche Konflikte betreffen insbesondere Tariftreue und Mindestlohn, Kreditfinanzierung, die Rolle des Staates in der Wirtschaftslenkung, die Rüstungsindustrie sowie einzelne energiepolitische Grundsatzfragen.
Die Energiepolitik weist trotz sichtbarer Einzelkonflikte größere strukturelle Schnittmengen auf, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. AfD, CDU und BSW verfolgen Versorgungssicherheit, bezahlbare Preise, leistungsfähige Netze, Speicher und eine stärkere Nutzung der im Land erzeugten Energie. Verhandlungsfähige Ansätze bestehen bei Repowering, Photovoltaik auf versiegelten Flächen, regionaler Energienutzung und Reservekapazitäten. Deutliche Grundsatzunterschiede zeigen sich jedoch beim langfristigen Ausbau der Windenergie, bei Kernenergie, fossilen Energieträgern, Förderpolitik und staatlicher Steuerung. Die übergeordneten Ziele sind daher teilweise deckungsgleich, der Instrumentenmix und das künftige Energiesystem bleiben aber zentrale Konfliktfelder.
Für ein 100-Tage-Programm eignen sich ausschließlich Vorhaben, die kurzfristig umsetzbar sind und keinen grundlegenden Richtungsstreit auslösen. Eine AfD-CDU-Koalition könnte den Schwerpunkt auf Bürokratieabbau, digitale Genehmigungsverfahren, eine Überprüfung von Förderprogrammen, die Stärkung der dualen Ausbildung, kommunale Finanzentlastungen und Maßnahmen zur regionalen Energienutzung legen. Für AfD und BSW bieten sich zusätzlich Schritte zur Senkung von Netzkosten, zur Begrenzung weiterer Windkraft- und Freiflächen-PV-Projekte sowie zur Prüfung von Nord Stream und LNG-Infrastruktur an. Ein Dreierbündnis könnte sich auf gemeinsame Verwaltungsreformen, schnellere Verfahren, Fachkräftesicherung, eine stärkere kommunale Handlungsfähigkeit, Dach-Photovoltaik, Speicher, Reservekapazitäten und digitale Sicherheit konzentrieren. Grundsatzkonflikte über Mindestlohn, Tariftreue, Kreditfinanzierung, Rüstungsindustrie und den langfristigen Energiemix sollten dagegen zunächst ausgeklammert werden.
Quellen & Literatur
[1] AfD Mecklenburg-Vorpommern (2026): Bereit für die blaue Wende. AfD-Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2026. URL: https://afd-mv.de/wp-content/uploads/2026/06/AfD-Regierungsprogramm-Mecklenburg-Vorpommern-2026.pdf
[2] CDU Mecklenburg-Vorpommern (2026): Besser. Nur mit uns. Wahlprogramm 2026. URL: https://cdu-mv.de/wp-content/uploads/2026/06/Wahlprogramm-CDU-MV-2026.pdf
[3] BSW Mecklenburg-Vorpommern (2026): Frischer Wind in MV! – Mit Vernunft. Für Gerechtigkeit. Landeswahlprogramm 2026. URL: https://mv.bsw-vg.de/landtagswahl-2026/
[4] Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern (LAiV MV) (2026): Landtagswahl am 20. September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern. URL: https://www.laiv-mv.de/Wahlen/Landtagswahlen/2026/
[5] DAWUM (2026): Neueste Wahlumfragen im Wahltrend zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Wahltrend vom 9. Juli 2026. URL: https://dawum.de/Mecklenburg-Vorpommern/
[6] Infratest dimap (2026): Mecklenburg-VorpommernTREND Juli 2026. AfD stabil, SPD verkürzt Rückstand leicht. URL: https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/mecklenburg-vorpommern/laendertrend/2026/juli/
[7] CDU Deutschlands (2020): Unsere Haltung zu Linkspartei und AfD. URL: https://archiv.cdu.de/node/49316
[8] n-tv (2025): MV-CDU-Chef: In Ost-Kommunen gibt es keine Brandmauer mehr. 17. April 2025. URL: https://www.n-tv.de/politik/MV-CDU-Chef-In-Ost-Kommunen-gibt-es-keine-Brandmauer-mehr-article25711704.html
[9] Rathke, M. (2026): Regierungsbeteiligung der AfD: Für Vorpommern-Rügens Landrat Kerth kein Tabu. NDR, 7. Juli 2026. URL: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/landtagswahl/regierungsbeteiligung-der-afd-fuer-vorpommern-ruegens-landrat-kerth-kein-tabu%2Cmvwahl-148.html
[10] Göbel, K. (2026): Ex-CDU-Landtagsabgeordneter Diener bald Mitglied der AfD-Fraktion. NDR, 26. Juni 2026. URL: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/landtagswahl/ex-cdu-landtagsabgeordneter-diener-bald-mitglied-der-afd-fraktion%2Cmvwahl-142.html
[11] NDR (2026): Vor der Landtagswahl in MV: Debatte über die Brandmauer zur AfD. 10. Juli 2026. URL: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/landtagswahl/vor-der-landtagswahl-in-mv-debatte-ueber-die-brandmauer-zur-afd%2Cmvwahl-154.html
[12] BSW Mecklenburg-Vorpommern (2026): „Sachpolitik statt Unterstellungen“ – BSW MV äußert sich zu Spekulationen über eine Koalition mit der AfD. 25. Februar 2026. URL: https://mv.bsw-vg.de/sachpolitik-statt-unterstellungen-bsw-mv-aeussert-sich-zu-spekulationen-ueber-eine-koalition-mit-der-afd/
[13] n-tv (2026): BSW bietet AfD themenabhängige Kooperation in Magdeburg und Schwerin an. 30. Juni 2026. URL: https://www.n-tv.de/politik/BSW-bietet-AfD-themenabhaengige-Kooperation-in-Magdeburg-und-Schwerin-an-id31030326.html
[14] Ludmann, S. (2026): Wegen Kuschelkurs mit der AfD: Neue Parteiaustritte beim BSW in MV. NDR, 3. Juli 2026. URL: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/landtagswahl/wegen-kuschelkurs-mit-der-afd-neue-parteiaustritte-beim-bsw-in-mv%2Cmvwahl-146.html
[15] NDR (2025): AfD: Leif-Erik Holm als Kandidat für das Ministerpräsidenten-Amt nominiert. 22. November 2025. URL: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/afd-leif-erik-holm-als-kandidat-fuer-ministerpraesidentenamt-nominiert%2Cafd-902.html
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