
In der strategischen Sackgasse – warum die USA den Iran-Krieg verlieren
_ Dr. Anton Friesen, Gastforscher, Institut für konservative Wirtshaft (IKW). Berlin, 28. August 2026. *
Kernbotschaften & Handlungsempfehlungen
- Die USA befinden sich trotz ihrer überwältigenden militärischen und technologischen Überlegenheit in einem strategisch kaum gewinnbaren asymmetrischen Krieg mit dem Iran: Entscheidend sind nicht allein Waffen, Luftmacht oder Drohnen, sondern politische Zielklarheit, gesellschaftliche Durchhaltefähigkeit, wirtschaftliche Belastbarkeit und eine kohärente Gesamtstrategie.
- Das zentrale strategische Defizit der USA liegt in einem fehlenden eindeutig definierten Kriegszweck: Als Ziele gelten unter anderem die Verhinderung iranischer Atomwaffen, die Zerstörung militärischer Kapazitäten, die Eindämmung iranischer Proxies, ein Regimewechsel, die Einhegung Israels sowie die Sicherung der freien Schifffahrt – ohne dass daraus eine konsistente Gesamtstrategie entstanden ist.
- Der Iran nutzt gezielt die innenpolitische Verwundbarkeit der USA aus: Fast zwei Drittel der US-Amerikaner lehnen den Krieg ab oder bewerten seinen Verlauf negativ; zugleich trifft eine Blockade der Straße von Hormus einen zentralen wirtschaftlichen Nerv, weil dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft und steigende Energiepreise unmittelbar Inflation, Industrie und Lebensmittelpreise belasten.
- Ein militärischer Ausweg würde die USA vor ein noch größeres strategisches Dilemma stellen: Eine ernsthafte Eskalation bis hin zur Besetzung strategisch wichtiger iranischer Gebiete würde Bodentruppen, hohe eigene Verluste und erhebliche innenpolitische Kosten erfordern; für eine vollständige Besetzung Irans wären nach der zugrunde gelegten Berechnung sogar rund 3,3 Millionen Soldaten nötig.
- Technologische Überlegenheit allein garantiert keinen strategischen Erfolg: Moderne Systeme wie Drohnen können zwar Kräfte vervielfachen, führen ohne angepasste Doktrin, Organisation und Operationskonzepte jedoch nicht zu einer grundlegenden Revolution der Kriegsführung; die Fixierung auf technologische „Wunderwaffen“ kann politische und strategische Schwächen nicht kompensieren.
- Auch die materielle Belastbarkeit wird zum strategischen Faktor: Die USA haben bereits mehr als 1.000 von rund 3.100 Tomahawk-Marschflugkörpern sowie mehr als 1.100 von insgesamt 4.400 JASSM eingesetzt; zugleich liegen die Produktionszeiten bei etwa 42 Monaten für Patriot- und 47 Monaten für Tomahawk-Systeme. Damit stößt selbst eine militärische Supermacht in einem langwierigen Konflikt an industrielle und logistische Grenzen.
- Eine weitere militärische Eskalation ist deshalb strategisch kaum sinnvoll; erfolgversprechender sind Diplomatie, wirtschaftlicher Druck und Verhandlungen. Bereits bei der Geiselkrise von 1979 trug eine Kombination aus eingefrorenen iranischen Währungsreserven, Waffenembargo, Unterstützung des Irak und späteren diplomatischen Verhandlungen zur Durchsetzung amerikanischer Ziele bei.
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Als am 19. Oktober 1987 die US-Navy eine iranische Ölplattform im Persischen Golf attackierte, erlitt die Wall Street die bis dato größten Verluste in ihrer Geschichte: 560 Milliarden US-Dollar. Der Schwarze Montag ist – neben dem Börsencrash von 1929 – in die Geschichte eingegangen.[1] Ein aufstrebender New Yorker Immobilienmann aus Brooklyn hat hingegen bereits damals die Notwendigkeit betont, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe – Donald Trump.[2]
Der Iran-Krieg, der am 28. Februar dieses Jahres (nach den zwölftätigen Militärschlägen im Sommer 2025) mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen begann, befindet sich in einer Sackgasse. Der Waffenstillstand steht nur auf dem Papier und die Sorge vor einer Eskalation wächst. In diesem Artikel möchte der Verfasser, ausgehend von seiner Doktorarbeit[3], der Frage nachgehen, warum die Weltmacht Nr. 1 mit einem Militäretat, der mindestens die nächsten zehn Staaten übersteigt, gegen eine Mittelmacht wie den Iran nicht gewinnen kann.[4] Militärisch-ökonomisch sind die Vereinigten Staaten haushoch überlegen – es handelt sich um einen asymmetrischen Krieg, mit höchst ungleich verteilten Ressourcen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es hauptsächliche Demokratien, die Angriffskriege anfingen bzw. in asymmetrische Kriege involviert waren – und diese sehr oft verloren: Afghanistan, der zweite Golfkrieg (gegen den Irak), Somalia, Vietnam und Algerien sind wie Menetekel an der Wand.[5]
Wie lassen sich diese Niederlagen erklären? Meine Hypothese ist: In einer Demokratie, die sich in einem asymmetrischen Krieg befindet – bei dem es für sie per definitionem nicht um ihre Existenz geht (darum geht es bei dem schwächeren Kriegsgegner wie z.B. dem Iran) – wächst mit wachsendem Zeitverlauf, vor allem unter der Bedingung des Fehlens einer kohärenten Gesamtstrategie, der Widerstand der Öffentlichkeit gegen die Fortsetzung des Krieges, sodass sich der Druck auf die Exekutive, den Krieg schnellstmöglich zu beenden (ohne die eigenen Ziele zu erreichen und damit den Krieg zu verlieren) erhöht.
Ein asymmetrischer Krieg ist eine Kriegsform, bei der der politisch-militärisch-ökonomisch Schwächere, weil er den Stärken nicht in „offener Feldschlacht“ besiegen kann (lies: militärisch mit dem Einsatz von kinetischen Mitteln ihm seinen Willen aufzuzwingen kann, um es in Anlehnung an Clausewitz zu formulieren), in Kombination mit kinetischen (militärischen) Mitteln nicht-kinetische Mittel anwendet: Angriff auf die öffentliche Meinung durch Desinformation, Krieg der Narrative; Destabilisierung der öffentlichen Institutionen des Staates, Einfluss auf Regierungspolitik, Beeinflussung der öffentlichen Meinung in seinem Sinne – so wie es bereits der große chinesische Stratege Sun Tzu, verstorben im fünften Jahrhundert vor Christus, empfahl.[6] Das heißt nicht, dass z.B. der Iran Akteure in den Vereinigten Staaten bezahlt, die für ihn in verdeckter Form iranische Propaganda betreiben.[7] Aber es heißt sehr wohl, dass der Iran die Kriegsskepsis der US-Öffentlichkeit ausnutzt und weiter befeuert. In einem asymmetrischen Krieg liegt das Entscheidungszentrum (Center of Gravity) – liegt die Entscheidung, ob es zu einem Sieg oder einer Niederlage kommt – im Bereich der Moral, Legitimität, Politik und / oder der Ökonomie bzw. einer Kombination der Genannten – von diesen Bereichen hängt es ab, ob Goliath gegen David siegt – oder David gegen Goliath. Oftmals ändert sich auch das Entscheidungszentrum im Kriegsverlauf.[8] Wichtig ist – nicht nur in einem asymmetrischen Krieg – ein eindeutig definierter politischer Zweck, klar umrissen und begrenzt. Hingegen können und müssen die zur Erreichung des Zwecks eingesetzten Mittel unbegrenzt und beliebig kombinierbar sein.[9] Die chinesischen Militärs und Parteikader Qiao Liang und Wang Xiangsui listen in ihrem lesenswerten Buch – auf Englisch passenderweise unter dem Titel Unrestricted Warfare erschienen – folgende mögliche Kriegstypen auf, die sie durch das jeweils dominierende eingesetzte Mittel definieren: ökologischer Krieg – Wetter als Waffe – Komposition der Atmosphäre, künstliche Erdbeben, Einsatz durch NGOs (Terrorismus); psychological warfare; smuggling warfare; media warfare; drug warfare (USA – Fentanyl!); resources warfare; economic aid warfare (vordergründig geht es um Entwicklungshilfe – in Wahrheit um die Kontrolle des ausländischen Marktes und entsprechende Marktmacht zur Durchsetzung der eigenen Interessen); cultural warfare (Assimiliation durch kulturelle Hegemonie); international law warfare.[10]
Das Problem der USA – und des kollektiven Westens insgesamt (aber auch in gewissen Maße Russlands im Ukraine-Krieg) – ist dagegen der Irrglaube, man könne seine politisch-militärisch-ökonomischen Ziele alleine durch seine technologische Überlegenheit erreichen. Der Verfasser führt diese ideologische Verblendung metapolitisch auf die Fortschrittsideologie der Aufklärung zurück, die eine Art technologisches Nirvana – ein sakulär-materialistisch-atheistisches Paradies auf Erden durch den Einsatz von Technologie – schaffen will. Die oben zitierten chinesischen Militärdenker kritisieren diesen Irrglauben mehrfach, in dem sie u.a. hervorheben: “We are by no means denying that, in future warfare, certain advanced weapons may play a leading role. However, as for determining the outcome of war, it is now very difficult for anyone to occupy an unmatched position”.[11] Vor allem bemängeln sie mit Blick auf die USA: „They would rather treat war as the opponent in the marathon race of military technology and are not willing to look at it more as a test of morale and courage, wisdom and strategy”.[12] Einer der klügsten Militärtheoretiker der USA, William Lind, stimmt – bereits mit Blick auf den aktuellen Iran-Krieg – den beiden Chinesen zu: der Glaube an die technologische Überlegenheit und Air Power sei einer der größten Fehler der US-Strategie, die immer wieder in asymmetrischen Kriegen und Konflikten scheitert.[13] Lind schildert, wie der damalige Air Force Chief of Staff, Gen. Merrill McPeak, vor laufender Kamera unumwunden zugab: „Historically, air power has over-promised and under-delivered”.[14] Insofern nutzt auch der Drohnen-Hype nichts, was aktuelle Studien wie die des renommierten Center for Security Studies (CSS) an der ETH Zürich deutlich zum Ausdruck bringen: “The analysis demonstrates that while new technologies and the novel adoption and adaptation of existing platforms such as drones function as force multipliers in specific contexts, they have not yet produced a fundamental revolution (…)”.[15] Eine Revolution in Military Affairs (RMA) sei auch nicht der Einsatz einer neuen vermeintlichen Wunderwaffe, sondern vielmehr:
“a profound transformation in the character and conduct of warfare produced by the innovative application of technology in conjunction with fundamental changes in doctrine, organization, and operational concepts.”[16]
Auf den Iran-Krieg angewandt, bedeutet das oben Gesagte: Erstens gab und gibt es keinen eindeutig definierten Zweck des Krieges und damit keine kohärente Gesamtstrategie. Im Verlauf des bisherigen Kriegs wurden vielmehr durch die US-Administration durchaus unterschiedliche Ziele angegeben, die eben nicht klar umrissen und eindeutig definiert wurden:
- Verhinderung von iranischen Atomwaffen
- Neutralisierung militärischer Kapazitäten wie des Raketenprogramms oder Vernichtung der iranischen Marine
- Stopp der iranischen Unterstützung für Proxies (Milizen) in Palästina/Israel, Irak, Syrien, Libanon
- Regime Change
- Einhegung Israels, das auch ohne die USA den Iran angegriffen hätte, durch gemeinsame Koordinierung und Verlustminimierung
- Schutz der freien Schifffahrt (nachdem die Iraner die Straße von Hormus geschlossen haben).
Unterschiedliche Ziele wurden ausgegeben, weil es bei führenden Vertretern der US-Administration unterschiedliche Ansichten über den Iran-Krieg ab: so lehnte der US-Vizepräsident Vance, der von Trump zu den Verhandlungen mit den Iranern in Pakistan beordert worden ist, den Krieg von Anfang an ab.[17] Bei der Entwicklung einer kohärenten Gesamtstrategie fällt auch auf, dass die iranische Drohung die Straße von Hormus zu sperren, seit Jahren bekannt und folglich keine Überraschung ist und in die Strategie einbezogen werden musste – vor allem, was die Planung von Gegenmaßnahmen angeht. So drohte bereits im Dezember 2011 der damalige Vizepräsident des Iran, Mohammad Reza Rahimi: „Wenn sie Sanktionen gegen Irans Öl-Exporte verhängen, wird kein einziger Tropfen Öl durch die Straße von Hormus fließen.“[18]
Wenn man keine klaren Ziele hat, dann kann man auch nicht klar kommunizieren. Kein Wunder also, dass von Beginn an eine Mehrheit der US-Amerikaner gegen den Krieg war: Seit Kriegsbeginn sagen fast zwei Drittel der US-Amerikaner, dass sie den Krieg Trumps gegen den Iran ablehnen und den Kriegsverlauf für die USA als negativ betrachten, selbst bei den Republikanern gibt es einen großen Anteil (vor allem in den jüngeren Alterskohorten), der den Krieg äußerst kritisch sieht.[19] Hier kommt die gezielte iranische Blockade der Straße von Hormus – zumindest für die westlichen oder mit den USA verbündete Staaten – ins Spiel. Diese hat massive Auswirkungen auf die Energieversorgung, werden durch sie doch ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggases transportiert. Die Preise der Energieträger wiederum haben direkte Auswirkungen auf die Inflation insgesamt – Energie wird in der Chemieindustrie, aber auch in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Auch der Transport von Düngemitteln ist bei einer Blockade eingeschränkt – was für steigende Lebensmittelpreise weltweit sorgt und in einigen Regionen gar Hungersnöte verschärft bzw. maßgeblich dazu beiträgt. So ist es nicht erstaunlich, dass die Mehrheit der US-Amerikaner ein schnelles Kriegsende wünscht und das Memorandum of Understanding, das zumindest für 60 Tage die freie Durchfahrt gewährleisten und eine Nachfolgeregelung für die Straße von Hormus finden sollte, begrüßt hat.[20] Die US-Amerikaner sorgen sich beim Iran-Krieg nicht um „Demokratie“ und Regime Change, sondern zuerst um die Benzinpreise, den Einsatz eigener Bodentruppen, den sie in der Mehrheit ablehnen, und eigene Gefallene.[21] Selbst das bei Kriegseinsätzen notorisch passive US-Repräsentantenhaus hat bereits zwei Mal (!) gegen die Fortsetzung des Iran-Krieges gestimmt – inklusive einiger Stimmen von Republikanern.[22]
Der Iran hat sich seit 1979 auf diesen Krieg vorbereitet und spielt nicht nur die ökonomische Klaviatur geschickt. Der Experte Zolfagharieh schreibt: „Das Ziel der IRGC (der Islamischen Revolutionsgarden) ist es hierbei, einen psychologischen Sieg zu erzielen, um den Kampfeswillen des Gegners zu minimieren oder gar zu blockieren“. Ali Jafari, der von 2007 bis 2019 der Oberbefehlshaber der Iranischen Revolutionsgarde war, sagte: „Asymmetrical warfare (…) is (our) strategy for dealing with the considerable capabilities of the enemy”. Zu den Kernfähigkeiten der iranischen Streitkräfte zählen demnach „Manpower, strategisches Denken und die Bereitschaft, Verluste hinzunehmen, während sie die Schwäche der Feinde ausnutzt, die eher Risiken meiden würden, sensibel gegenüber Verlusten sind und stark an ihre Technologie gebunden oder auf diese und ebenso auf regionale Basen angewiesen sind“ (Hervorhebungen durch den Verfasser).[23]
Was tun, Herr Trump? Das Problem ist, dass die USA sich in ein strategisches Dilemma hineinmanövriert haben: um den Krieg doch noch für sich zu entscheiden, müssten sie massiv eskalieren und z.B. die Ölinsel Kharg besetzen: „Wer Kharg kontrolliert, kontrolliert Irans Öl, Chinas Versorgung und die Straße von Hormuz gleichzeitig.“[24] Nur – dafür müssten US-Bodentruppen eingesetzt werden, es würden Soldaten sterben – was bei der Casualty Aversion[25] und der Ablehnung des Einsatzes von Bodentruppen durch die US-Bevölkerung die Republikaner in den Umfragen noch tiefer sinken lassen würde – und das vor den Midterms im November.[26] Ein Bodeneinsatz, der über Kharg noch hinausginge, wäre mit unkalkulierbaren Risiken verbunden: die iranischen Großstädte und wichtige Militär- bzw. Nukleareinrichtungen sind durch das Elbrus-Gebirge im Norden und das Zagros-Gebirge im Westen geschützt. Im Osten erstrecken sich wiederum die Salt- und Lut-Wüsten. Um den ganzen Iran zu besetzen, bräuchte das US-Militär 3,3 Millionen Soldaten.[27] So wie es ist wiederum kann es nicht bleiben – denn der Iran verfügt nach wie vor über die Fähigkeiten, seine Nachbarn und die US-Basen in der Region zu bedrohen und wird wahrscheinlich jetzt erst recht nach Atomwaffen streben.[28] Nicht nur aus US-Sicht, sondern auch für die Europäer besonders wichtig: die Kontrolle über die Straße von Hormus bleibt beim Iran, der für die Durchfahrt wahrscheinlich auch noch Gebühren verlangen wird – möglicherweise gar in chinesischen Renminbi oder in Digitalwährungen, was ein weiterer Schritt bei der De-Dollarisierung wäre.[29] Der Iran nutzt die strategische Sackgasse der US-Amerikaner gezielt aus – Trump kann weder vor, noch zurück und ist nun genau dort, wo der Iran ihn haben will. Die Lehre aus der Geschichte – die für alle asymmetrischen Kriege gilt: “If strategists have little or no confidence that a prospective war can be kept short, then arguably the only prudent policy is not to fight it at all”.[30] “Denn wie genau soll die öffentliche Meinung über (einen längeren Zeitraum, Anm. des Verfassers) hinweg davon überzeugt werden, in kostspieligen und zugleich gefährlichen Auslandseinsätzen eigene Soldaten in fremde Länder zu entsenden?“[31] Schließlich hat bereits John Quincy Adams, sechster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1825-1829), gewusst: „Whenever the standard of freedom and Independence has been or shall be unfurled, there will her (Americas) heart, her benedictions and her prayers be. But she goes not abroad, in search of monsters to destroy.”[32]
Bereits bei der Geiselkrise 1979 (US-Botschaft in Teheran) haben nicht direkte militärische Maßnahmen, sondern das Einfrieren der iranischen Währungsreserven, das Waffenembargo und die Unterstützung des Irak im Krieg gegen den Iran in Kombination mit späteren diplomatischen Verhandlungen geholfen, die US-Ziele zu erreichen.[33] Auch heute ist es an der Zeit, den diplomatischen Weg zu gehen – schon alleine deswegen, weil kein anderer realistisch ist.
Quellen & Literatur
[1] Vgl. Q. Liang; W. Xiangsui: Unrestricted Warfare. China`s Master Plan to Destroy America. Translated from the Original People`s Liberation Army Documents. 2022 (im Original: 1999, o.O.). S. 190.
[2] Vgl. Trump’s Social Media Adviser reveals All. The Tucker Carlson Show. 26.06.2026. Online verfügbar unter: https://open.spotify.com/episode/70x2Zi4AktOV4nuCrsC40J (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[3] Vgl. A. Friesen: „Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles“: Über das Scheitern der US-Strategie im Afghanistankrieg. Dissertation an der Freien Universität Berlin. 2015; zugleich erschienen in Saarbrücken 2015.
[4] Es handelt sich ausschließlich um Überlegungen des Verfassers. Diese spiegeln nicht die Programmatik einer Partei oder Fraktion wider.
[5] Vgl. dazu neben A. Friesen, a.a.O, z.B. aus jüngster Zeit: R. Lochte: Gegen die Zeit. Demokratische Staaten in neuen asymmetrischen Kriegen. Das Beispiel Afghanistan. Weilerswist-Metternich 2025.
[6] Vgl. F. Hoffman: Four Faces of War. In: T. Sweijs / J. H. Michaels (Hrsg.): Beyond Ukraine. Debating the Future of War. London 2024. S. 107-124 sowie A. Herberg-Rothe: Clausewitz und Sun Tzu – Paradigmen der Kriegsführung im 21. Jahrhundert. In: U. Hartmann; R. Janke; C. s v. Rosen (Hrsg.): Jahrbuch Innere Führung 2022/23. Zeitenwende und Kriegsbilder. Berlin 2023. S. 123-138.
[7] Obwohl auch das nicht ausgeschlossen werden kann. Der Social Media Berater von Trump, A. Bruesewitz, äußert die These, dass sowohl die pro- als auch anti-Kriegs Narrative in den USA von ausländischen Agenten verbreitet werden bzw. PR-Agenturen im Auftrage fremder Staaten tätig sind. Vgl. Trump’s Social Media Adviser reveals All. The Tucker Carlson Show. 26.06.2026. Online verfügbar unter: https://open.spotify.com/episode/70x2Zi4AktOV4nuCrsC40J (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[8] Vgl. J. Schmid: Kriegsbild und hybride Kriegsführung. In: U. Hartmann; R. Janke; C. s v. Rosen (Hrsg.): Jahrbuch Innere Führung 2022/23. Zeitenwende und Kriegsbilder. Berlin 2023. S. 139-159; hier: S. 144.
[9] Vgl. Vgl. Q. Liang; W. Xiangsui, a.a.O., S. 55.
[10] Vgl. ebd., S. 18.
[11] Ebd., S. 55.
[12] Ebd., S. 95.
[13] Dieser technologistische Irrglaube hängt auch damit zusammen, dass Gesellschaften im demographischen Niedergang, die unter der Casualty Aversion leiden (vgl. Fußnote 24), dazu neigen, Technik statt Menschen einzusetzen, um so die Gefallenenzahlen zu minimieren.
[14] Vgl. W. Lind: The American Way of Losing Wars. There are six ways the U.S. could improve its sorry record. The American Conservative. July/August 2026. Online verfügbar unter: https://www.theamericanconservative.com/the-american-way-of-losing-wars/ (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[15] Vgl. I. Zaccagnini: Emerging Technologies and the Enduring Elements of Warfare. In: G. Grgić; D. Möckli: Strategic Trends 2026. Key Developments in Global Affairs. Center for Security Studies (CSS), ETH Zürich. Zürich 2026. S. 57-78; hier: S. 58
[16] Ebd., S. 59.
[17] Vgl. z.B. https://www.nytimes.com/2026/03/04/us/politics/vance-trump-iran.html?searchResultPosition=3 (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[18] Vgl. https://www.bbc.com/news/world-middle-east-16344102 (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[19] Vgl. die Studien des renommierten Pew Research Institute: https://www.pewresearch.org/global/2026/04/07/gas-prices-are-americans-top-concern-in-iran-war/ sowie https://www.pewresearch.org/global/2026/06/09/israelis-palestinians-americans-see-war-in-iran-differently/ und https://www.pewresearch.org/short-reads/2026/05/01/americans-remain-critical-of-trump-administrations-approach-to-iran/ sowie https://www.pewresearch.org/short-reads/2026/05/01/americans-remain-critical-of-trump-administrations-approach-to-iran/ und https://www.pewresearch.org/politics/2026/03/25/americans-broadly-disapprove-of-u-s-military-action-in-iran/ sowie https://www.pewresearch.org/newsletter/the-briefing/trump-administration-clashes-with-media-over-iran-war-coverage/ (alle zuletzt geprüft am 27.07.2026) sowie https://www.n-tv.de/politik/Zustimmung-in-USA-fuer-Iran-Krieg-sinkt-auf-Tiefstand-id31131105.html (zuletzt geprüft am 28.07.2026)
[20] Vgl. Trump’s Social Media Adviser reveals All. The Tucker Carlson Show. 26.06.2026. Online verfügbar unter: https://open.spotify.com/episode/70x2Zi4AktOV4nuCrsC40J (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[21] Vgl. https://www.pewresearch.org/global/2026/04/07/gas-prices-are-americans-top-concern-in-iran-war/
[22] Vgl. https://www.nytimes.com/2026/07/26/us/politics/pentagon-casualties-iran-war.html (zuletzt geprüft am 29.07.2026)
[23] Vgl. M. Zolfagharieh: Carl von Clausewitz und Hybride Krieg im 21. Jahrhundert. Das Beispiel der Iranischen Revolutionsgarden. Marburg 2015. S. 71-72.
[24] Vgl. M. Hollister: Iran Insight: Bodentruppen und das Doppelschloss. 18.07.2026. Online verfügbar unter: https://www.michael-hollister.com/de/2026/07/18/iran-insight-bodentruppen-und-das-doppelschloss-2/ (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[25] Die Ablehnung von eigenen Verlusten in militärischen Konflikten in Gesellschaften mit massiven demographischen Problemen. Vgl. dazu A. Friesen, a.a.O., S. 47-49. Das Pentagon hat seine Zählweise der US-Gefallenen verändert – mutmaßlich, um die Gefallenenzahlen im Iran zu verschleiern. Vgl. https://www.nytimes.com/2026/07/26/us/politics/pentagon-casualties-iran-war.html?searchResultPosition=17
[26] Ein weiterer Grund liegt in den hohen Kosten und der langen Produktionsdauer der hochtechnologischen Waffen: „Demnach haben US-Truppen von den wohl 3.100 Tomahawk-Marschflugkörpern, die vor dem Krieg in US-Beständen lagerten, mehr als 1.000 verschossen. Eingesetzt wurden zudem mehr als 1.100 der insgesamt 4.400 Boden-Luft-Marschflugkörper JASSM (…) Die Produktionsdauer einer Rakete wird etwa auf 42 Monate (Patriot) oder 47 Monate (Tomahawk) beziffert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufbereitung diverser Metalle, die für die Fertigung der Waffen unersetzlich sind, stark von der China kontrolliert wird; dies gilt nicht nur für die Seltenen Erden, sondern zum Beispiel auch für Wolfram.“ Vgl. Die Zwischenbilanz des Iran-Kriegs. German Foreign Policy, 26.05.2026. Online verfügbar unter: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10415, zuletzt geprüft am 28.07.2027.
[27] Berechnungen anhand der Maßzahl des berühmten Schweizer Militärtheoretiker H. v. Dach, der von 2 Mann Besatzungstruppen pro Quadratkilometer ausgeht. Vgl. Major H. v. Dach: Der totale Widerstand. Kleinkriegsanleitung für jedermann. 6. Auflage. Zürich 1997 (Originalausgabe: 1957). S. 10.
[28] So auch die US-Nachrichtendienste: Vgl. https://www.nytimes.com/2026/07/24/us/politics/iran-nuclear-weapon.html?searchResultPosition=1 (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[29] Vgl. https://www.dailynewsegypt.com/2026/04/04/irans-revolutionary-guard-imposes-yuan-based-tolls-for-strait-of-hormuz-transit-bloomberg/ (zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[30] L. D. Freedman: The Age of Forever Wars. Why Military Strategy No Longer Delivers Victory. May/June 2025. Foreign Affairs. Online verfügbar unter: https://www.foreignaffairs.com/age-forever-wars ((zuletzt geprüft am 27.07.2026)
[31] Vgl. R. Lochte, a.a.O., S. 407.
[32] Zit. nach R. Lochte, a.a.O., S. 414.
[33] Vgl. Q. Liang; W. Xiangsui, a.a.O., S. 193.
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