Soziale Marktwirtschaft als Kompass für Bayerns politische Zukunft
_ IWK. Eging am See, 19. Juni 2026. – Im Rahmen der Politischen Akademie Bayern fand am 19. Juni 2026 in Eging am See ein Seminar zum Thema „Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft“ statt. Nach einer Begrüßung und Einführung durch Dr. Rainer Rothfuß, MdB, referierte Christopher Kofner, Geschäftsführer und Ökonom des Instituts für konservative Wirtschaftspolitik (IKW), vor rund 40 Nachwuchskadern der AfD Bayern.
Ziel der Veranstaltung war es, den künftigen Führungskräften der AfD Bayern die Soziale Marktwirtschaft als zentrales wirtschaftspolitisches Ordnungssystem nahezubringen. Gerade mit Blick auf eine avisierte Regierungsverantwortung in Bayern kommt einer fundierten wirtschaftspolitischen Ausbildung besondere Bedeutung zu. Die AfD versteht sich als Partei der Sozialen Marktwirtschaft: Sie verbindet das Bekenntnis zu Wettbewerb, Eigentum, Leistung und unternehmerischer Freiheit mit sozialer Verantwortung, Gemeinwohlorientierung und dem Leitbild „Wohlstand für alle“.
Im Mittelpunkt stand die Herleitung der Sozialen Marktwirtschaft aus ihren historischen und theoretischen Grundlagen. Die Freiburger Schule, Alfred Müller-Armack, Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow und Ludwig Erhard bilden das Fundament einer Ordnung, die freien Leistungswettbewerb nur durch einen stabilen staatlichen Ordnungsrahmen dauerhaft sichern kann. Gerade Bayern ist mit diesem Leitbild eng verbunden: Ludwig Erhard, geboren im fränkischen Fürth, steht wie kaum ein anderer für wirtschaftliche Freiheit, soziale Verantwortung und breiten Wohlstand durch Leistung.
Kofner betonte, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht dogmatisch, sondern pragmatisch bewertet werden müssen. Die Teilnehmer sollten befähigt werden, konkrete politische Vorschläge selbstständig einzuordnen: Stärken sie Wettbewerb, Eigentum, Eigenverantwortung und Leistungsanreize? Oder führen sie zu Abhängigkeit, Bürokratie, Marktverzerrung und wachsender Staatssteuerung? Zugleich müssen sozialer Ausgleich, Gemeinwohlinteressen, Subsidiarität, nationale Sicherheit und Souveränität in jeder politischen Entscheidung mitbedacht werden.
Aktuelle Konfliktfelder wie Subventionen, Industriepolitik, Arbeitsmarktregulierung, Sozialabgaben, Mindestlohnpolitik, Transferleistungen, Energiepreise und staatliche Eingriffe in Preisbildungsmechanismen wurden anhand dieses Spannungsfeldes diskutiert. Entscheidend bleibt die Abwägung zwischen Leistungswettbewerb, staatlicher Ordnung, sozialem Ausgleich und praktischer politischer Umsetzbarkeit.
Didaktisch setzte Kofner neben Vortragsteilen auch Diskussionsrunden und Debattenelemente ein. Besonders intensiv wurde die Frage diskutiert, ob die AfD eine Partei der Arbeiter oder der Unternehmer sei. Das Ergebnis: beides. Zwischen Arbeitnehmern, Unternehmern, Handwerkern, Selbständigen, Familienbetrieben und Fachkräften besteht kein grundsätzlicher Widerspruch. Sie alle gehören zu den Leistungsträgern des deutschen Volkes. Politik nach dem Prinzip „Wohlstand für alle“ muss ihre gemeinsamen Interessen vertreten: sichere Arbeitsplätze, starke Betriebe, faire Löhne durch Produktivität, niedrige Steuern, bezahlbare Energie und Aufstieg durch eigene Leistung.
Die Veranstaltung verband theoretische Grundlagen mit praktischer Regierungsverbereitung für Bayern. Die lebhafte Diskussion und hohe Beteiligung auch bei sommerlicher Hitze zeigten das große Interesse der Nachwuchskader der AfD Bayern an fundierter wirtschaftspolitischer Analyse. Die Soziale Marktwirtschaft bleibt dabei der zentrale Kompass: Freiheit und Ordnung, Wettbewerb und Verantwortung, Leistung und sozialer Ausgleich.


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