Afuera Fest 2026: Ordoliberalismus und Österreichische Schule im Dialog

Beim Afuera-Fest 2026 bei Bernburg in Sachsen-Anhalt diskutierten Dr. Markus Krall, Andreas Tank, bekannt als „Rosaroter Panzer“, Christopher Kofner vom Institut für konservative Wirtschaftspolitik und Moderator Benjamin Mudlack über die Grundlagen einer freiheitlichen Ordnung. Mit mehr als 500 Teilnehmern zählt das nach dem bekannten „Afuera“-Ausruf des argentinischen Präsidenten Javier Milei benannte Fest zu den größten Treffen von Anhängern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie in Deutschland.

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Freiheit einen starken, aber begrenzten Staat benötigt oder ob staatliche Macht grundsätzlich zur Ausweitung und Selbstbereicherung tendiert. Andreas Tank vertrat eine konsequent staatskritische, anarchokapitalistische Position. Christopher Kofner stellte dem die ordoliberale Auffassung gegenüber, dass funktionierender Wettbewerb verbindliche Regeln und eine staatliche Ordnungsmacht voraussetzt. Ohne einen solchen Rahmen drohe der Leistungswettbewerb durch Lobbyismus, Privilegien und politische Einflussnahme in einen Verdrängungs- und Verbotswettbewerb umzuschlagen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung gemeinsamer kultureller und moralischer Grundlagen. Im Sinne des Böckenförde-Diktums wurden Familie, Tradition, Religion, nationale Identität und gesellschaftliche Verantwortung als Voraussetzungen einer freiheitlichen Ordnung diskutiert. Zugleich wurde vor der zunehmenden linkspolitischen Vereinnahmung von Medien, Bildungseinrichtungen, Kirchen und staatlich finanzierten Organisationen sowie vor kulturellen Parallelgesellschaften gewarnt.

Kontrovers verlief die Debatte über Sozialstaat, Masseneinwanderung und Geburtenrückgang. Krall und Tank plädierten für einen drastischen Rückbau des Sozialstaates, um Migrationsanreize zu verringern und familiäre Eigenverantwortung zu stärken. Kofner sprach sich für einen schlanken, „athletischen Ordnungsstaat“ und eine Umstellung von Sozial- auf Eigentumspolitik aus. Familien sollten stärker beim Aufbau von Wohneigentum, Vermögen und privater Altersvorsorge unterstützt werden.

Einigkeit bestand bei der Forderung nach niedrigeren Steuern und Abgaben, weniger Ministerien, einer deutlich geringeren Staatsquote und der Abschaffung umfangreicher Bürokratie-, Klima- und ESG-Regelungen. Trotz unterschiedlicher Staatsverständnisse zeigte die Diskussion, dass zwischen Österreichischer Schule und Ordoliberalismus ein breiter gemeinsamer Reformansatz besteht.

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